Wertingen Hass und Hetze bestimmen derzeit oft die Schlagzeilen. Der Respekt im täglichen Leben ist fast verloren gegangen. Der Tennis-Club Wertingen zeigt sich dagegen als eine Oase der Gemeinsamkeit, hier steht das Miteinander im Mittelpunkt. Bei der Jahreshauptversammlung im vollbesetzten Saal im Gasthof Stark in Gottmannshofen lobte der Vorsitzende Silvester Anton die „Heinzelmännchen“, die ehrenamtlich und mit Begeisterung viele Aufgaben im Verein und rund um die schmucke Anlage auf dem Judenberg erledigen, forderte andererseits aber alle Mitglieder auf, ihren Anteil am Gemeinwohl zu leisten. „Es zählen nicht nur Worte, sondern Taten zum Wohle der Gemeinschaft.“

Neuwahlen standen diesmal nicht auf der Tagesordnung, dennoch gab es umfangreiche und interessante Berichte. Silvester Anton zählte vor allem auf, was sich alles rund um die Tennisplätze und das Vereinsheim getan hatte. Viele Arbeitsstunden wurden für eine weitere Verschönerung der Anlage geleistet, Anton bedankte sich dafür vor allem bei Max Miller, Franz Thoma und Wolfgang Volpert. Gravierend auch ein Geschäft mit der Stadt Wertingen, die dem TCW einen Grunderwerb von etwa 3500 qm rund um die Tennisplätze ermöglichte, dafür musste der Verein Kosten von 5800 Euro aufbringen. Eine Verbesserung gab es für die Plätze acht und neun neben der Tennishalle, dort wurde jetzt eine Beregnungsanlage installiert. Damit alle Arbeiten auch künftig von fleißigen Helfern erledigt werden können, sollen alle Mitglieder helfen. Wer keine Zeit oder Möglichkeit zur Hilfe hat, wird künftig als Ersatz für sechs Arbeitsstunden mit 60 Euro zur Kasse gebeten.

Die Finanzen spielen in jedem Verein eine große Rolle, natürlich auch beim TCW. Der Vorsitzende dankte den zahlreichen Sponsoren, an der Spitze der Firma Buttinette, die schon ein langjähriger treuer Wegbegleiter ist. Für einen Überschuss in der Kasse sorgte vor allem das Engagement des TCW beim Fest der Vereine „Sommer im Park“ in Roggden, wo etwa 30 Helfer den Getränkeausschank für Hunderte von Besuchern stemmten und Gewinn von über 2000 Euro übrig blieb. Ein Beispiel also für das Miteinander. Das lobte als Gast auch Wertingens Zweiter Bürgermeister Johann Bröll, der sich zudem begeistert von der Schönheit der Anlage auf dem Judenberg zeigte.

Dort soll bald wieder der Sport im Mittelpunkt stehen und Sportwart Andreas Schober machte deutlich, dass der TCW in jeder Hinsicht für die neue Saison gerüstet ist. Die Mannschaften sollen an das Jahr 2019 anschließen, das Schober als „sehr erfolgreich“ bezeichnete. Highlight war die Meisterschaft der Damen in der Bezirksklasse 2, die ohne Punktverlust den Aufstieg in die Bezirksklasse 1 schafften. Stark auch die Herren, die erneut in der Bezirksklasse 1 souverän den Klassenerhalt sicherten. Außerdem gab es eine Kreismeisterin zu feiern, Patricia Weißkirchen holte sich den Titel bei den Damen.

Ähnliche Erfolge erhofft sich Andreas Schober auch 2020 wieder, wobei es eine Änderung bei den Damen gibt, da heißt es aus zwei mach drei. Statt einem Sechser- und einem Viererteam werden gleich drei Sechser-Mannschaften gemeldet, die Zahl der aktiven Spielerinnen, die jedes Wochenende auf dem Platz stehen sollen, erhöht sich also von zehn auf 18. In diesen Teams sind auch die Juniorinnen integriert, dafür wurde im Nachwuchsbereich keine eigene Mannschaft gemeldet. So werden die Mädchen frühzeitig an das Spiel der Erwachsenen herangeführt. Insgesamt zwölf Mannschaften sind bei den Aktiven gemeldet.

Im Nachwuchs sind vier Mannschaften dabei, die Junioren, Knaben, Bambini und Kleinfeld. Jugendleiterin Sandra Wirth berichtete von einer „umfangreichen und starken Betreuung“, die sehr viel Zeit in Anspruch nimmt. Erfolge, starke Leistungen in den Ligen und drei Titel bei den Kreismeisterschaften durch Emma Rauwolf bei den U16, Patricia Weißkirchen bei den U14 und das U16-Doppel Patricia Weißkirchen/Lara Döhler waren der sportliche Lohn. Um die Jugendarbeit noch mehr zu forcieren wurde ein Mitstreiter gesucht und in Andreas Unger gefunden, so soll es weiter eine erfolgreiche Jugendarbeit geben. Sandra Wirth bedankte sich deshalb bei Trainer Stefan Keri, der die Basisarbeit leistet.

Eine Änderung gab es auch im Kassenbereich, Michaela Giggenbach legte aus privaten Gründen ihr Amt nieder, dafür wird sich künftig neben Hannah Kehrle der frühere Kassenwart Rainer Mitschke wieder um die Kasse kümmern. Dies zeigt, dass der Verein für die neue Saison gerüstet ist, jetzt muss nur noch das Wetter mitspielen, damit auf den Plätzen auf dem Judenberg wieder Hochbetrieb herrschen kann. Die Punktrunden beginnen am Wochenende vom 8. bis 10. Mai. Den Muttertag werden die Damen dann teilweise auf den Sandplätzen feiern. (kkp)